ohne zeug

ohne müll

ohne zeug, (7x) ohne müll

Ich mache noch immer bei good matters:goods don’t mit. Ich hab mich dran gewöhnt. Seit dem letzten Eintrag gibt es keine besonderen Hindernisse.

  • Eine Keramikform für Aufläufe haben wir geschenkt bekommen, weil jemand anders eine zu viel hatte, die unbenutzt auf vor sich hinwartete.
  • Das zweite Buch hab ich mit Ende Februar ausgelesen. Vermutlich warte ich auch dieses Monat bis zur letzten Minute, um mit einem dritten Warte-Wälzer anzufangen.
  • In meinem Haushaltsbudget gibt es einen Punkt „Extraausgaben“ für Allfälliges, das in keine andere Kategorie passt – ich merke grade, dass hier erstaunlich viel Kohle seit Jänner übrig geblieben ist. Dieses wird momentan allerdings wieder anderswo investiert…siehe diagonale in Graz.

Beim mittlerweile unspektakulären Nichtskaufen, über das es gerade wenig zu schreiben gibt, sind mir allerdings einige Dinge eingefallen, die wir schon länger praktizieren, und die auch mit Zeugvermeidung – in diesem Sinne Müllvermeidung zu tun haben. Meine Erfahrungen damit will ich euch nicht länger vorenthalten😉

1.)    Ohne Duschgel und Haarshampoo

Seit mehr als eineinhalb Jahren haben wir (zwei Menschen, die wir zusammenwohnen) keine einzige Flasche Duschgel oder Haarschampoo gekauft. Wir wollten den Plastikmüll vermeiden. Anfangs war es nur das Duschgel. Wir sind auf Seife umgestiegen; aus dem Bio-Laden. Allerdings hat sich die Seife ziemlich an der Badewanne angelegt, gerade die besonders fettige. Auch mit Haar-Erde (heißt das so?) haben wir es zum Haarewaschen versucht. Es war das einzige Produkt, das nicht in Plastik daherkam, sondern in einer Aludose. Allerdings schäumt das Pulver nicht so beim Waschen, es dauert auch bis sich die Haare dran gewöhnen und ich war mir nie so sicher, ob ich es jetzt richtig gemacht habe oder nicht. Seifen haben wir derweil viele ausprobiert und landeten dann irgendwann bei Oma’s Hirschseife. Auch gut. In der Causa Haare probierten wir die Haarseifen von Lush aus, die wirklich superfein sind und da der Schaumrest im Doserl bleibt einfach ewig verwendet werden können. Kürzlich entdeckten wir dann Dr. Bronner’s Magic Soap: eine Seife zum Haare waschen, duschen, Wäsche waschen etc. Momentan verwenden wir sie nur für die ersten beiden Angelegenheiten und sind begeistert. Auch preislich ist sie ok und noch dazu vegan und tierversuchsfrei hergestellt. (In Nordmaerika ist sie angeblich sogar die meistverkaufte Seife!) Im Herbst würden wir auch gerne dann mal das Shampoo aus Rosskastanien ausprobieren.

Dr Bonner Magic Soap

2.)    Ohne Plastikfolie

Auch schon ca. 2 Jahre lang versuchen wir unser Gemüse und Obst bei diversen Bioläden zu kaufen. Das hat den Vorteil, dass sie erstens regional und größtenteils saisonal sind und zweitens ohne Plastikfolie daherkommen. Gerade im Bioladen unseres Vertrauens sind die Lebensmittel gekennzeichnet nach Anreiseweg und Kilopreis und mensch merkt einfach die saisonalen Schwankungen. Dadurch kaufe ich bewusster und auch günstiger, als wie wenn ich zum tricolore-Paprika im Supermarkt greife, der da ganze Jahr über gleich viel kostet. Ich habe auch den Eindruck, dass die Waren nicht so schnell kaputt werden. Ein Brokkoli in Papier eingewickelt oder eine Salatgurke ohne alles sind mir noch nie schimmlig oder gatschig geworden. In Plastikfolie schon. Dasselbe mit Pilzen. Auch die Karotten halten erheblich länger ungewaschen und voller Erde, als im Plastik-Kilosackerl. Warum mensch Bananen und Äpfel mit Plastik verpacken muss ist mir zudem auch ein Rätsel. Wer überlegt sich sowas?

3.)    Ohne Tupperware

Zugegebenermaßen, soweit sind wir noch nicht. Da wir allerdings sehr vieles im Glas kaufen, sind wir dazu übergegangen sämtliche Gurkengläser und dergleichen aufzubehalten und als Vorratsdosen zu verwenden. Manchmal brauchen wir so zwar drei statt einer, aber das stört uns nicht weiter. Auch für den Urlaub hat sich das für uns als praktische Portioniervariante herausgestellt. Egal ob drei Tage Schifahren oder Sommerdestination, so viel Müsli, Kokosflocken etc. wie wir brauchen füllen wir in kleinere Gläschen um und packen sie ein. Auch für den kleinen J. verwenden wir die Gläschen. Entweder als Beikostfläschchen oder als Wegproviant für die Formulamilch. Aus den Gläsern ist sie zudem mit weniger Sauerei herauszufassen, als aus den Beuteln. Beim Waschen im Geschirrspüler verziehen sich die Glasbehälter zudem nicht wie die Billigvarianten der Plastikbehälter. (Anmk. zum Bild: Nicht überall wo Bulgur draufsteht, ist Bulgur drinnen😉 )

4.)    Ohne Plastikwindeln

Wir haben uns für Stoffwindeln entschieden (Popolini). Manches Mal ernte ich noch immer entsetzte Gesichter deshalb. Ist das nicht total viel Arbeit? Nein. Es ist auch billiger und macht weniger Müll. 1 Tonne weniger Müll. Und selbst mit den Waschvorgängen ist es noch immer ökologischer. Wir verwenden Popolini, aber es gibt da noch unzählige Varianten mehr. Als Überwindeln nehmen wir diese Strickhöschen aus Schafwolle. Find ich sowohl im Sommer als auch Winter irrsinnig praktisch. Das Flies, das in die Windel gelegt wird kann mensch im angepinkelten Zustand mitwaschen und wiederverwenden, im angekackten Zustand einfach mit dem Inhalt ins Klo werfen. Da unser Kind letzteres nur in einem bestimmten Tagesabstand macht, brauchen wir nur alle paar Wochen vielleicht 2 neue Flieseinlagen von der 100er Rolle. Die Ausgaben dafür (ca. 7 €) halten sich also in Grenzen. Wenn die wiederverwendeten Flieseinlagen irgendwann zu oft gewaschen wurden, wuzeln sie sich zusammen und verhalten sich ruhig in der Wäsche (nicht wie Taschentücher!).
Momentan allerdings mussten wir kurzzeitig auf Pampers umsteigen – besonders in der Nacht – da der kleine J. unglaublich viel pinkelt. So viel, dass wenn er frisch gewickelt ist innerhalb von 10 min durch die eigentlich dichte Überhose hindurchpinkelt und beim Tragen Flecken auf meiner Kleidung hinterlässt. Trotzdem behalten wir tagsüber (solange frische Kleidung vorhanden ist) die Stoffwindeln bei, die Extrempinkelphase kann ja nicht ewig anhalten. Dann wieder passiert stundenlang gar nichts. In den letzten 7 Monaten war’s jedenfalls kein Problem.

5.)    Ohne Feuchttücher

Ganz persönlich finde ich, Feuchttücher sind Müll und voller Chemikalien. Sonst würden sie ja nicht feucht bleiben. Ich bleibe bei der Uralt-Erfindung: Waschlappen. Davon haben wir viele. Wenn wir außer Haus mit J. unterwegs sind, haben wir deshalb Stoffwindeln, Waschlappen und ein Plastiksackerl (ja wohl) dabei. Eine Trinkflasche mit Wasser ist meist ohnehin im Gepäck – das Wasser zum Nassmachen geht uns also nicht aus. In das Plastiksackerl kommen die gebrauchten Utensilien nach erfolgter Verwendung. Voila fertig. Zuhause wird gewaschen. War bislang weder ein Problem im Kaffeehaus, im Park oder im Umkleidekabinenbereich von H&M. Hat auch alles leicht im Wagerl oder Rucksack platz. – Die Waschlappen sind natürlich nicht mehr so weich wie am Anfang. Ich finde aber, das ist ziemlich egal, da sie ja nass verwendet werden – nicht trocken wie ein altes struppiges Handtuch.

6.) Ohne Putzmittel

Dieses Thema reizt mich schon lange. Weil J. ja irgendwann mobil sein würde, wollten wir unsere Putzmittel schon länger auf natürlichere Basis umrüsten – sollte er mal versehentlich probieren. Für alle Fälle haben wir diese Utensilien zwar mittlerweile unerreichbar verstaut, trotzdem wollten wir’s schon immer Mal ausprobieren. Mit Essig und Zitrone versuchten wir es auch im Einzelfall, allerdings eher unbefriedigend. Bis gestern. Des nächtens bin ich auf den inspirierenden Blog Living Well Spending Less und einem Blogpost über „green & thrifty cleaning products“. Da die Zutaten denkbar einfach sind, und ich so ziemlich alles zuhause hatte, hab ich gleich den Versuch gewagt und ein bisschen gepanscht. Als Grundaustattung empfiehlt Ruth Soukup:

  • weißen Essig
  • Backpulver
  • Zitronen
  • Salz
  • Olivenöl
  • neutale Handseife
  • Flüssigspülmittel
  • Washing Soda und Borax
  • eventuell ein paar Tropfen ätherischer Öle
Aus diesen Zutaten führt sie 10 verschiedene „Rezepte“ für Putzmittel für jeglichen Zweck an.  Ich hab mir das Rezept für den Bath Room Cleaner vorgenommen. Und: Ich bin begeistert! Kalkflecken, an denen ich schon ewig rubble waren einfach schwuppdiwupp weg. Es glänzt, die Badewanne/Dusche ist von der Seife überhaupt nicht mehr angelegt. Absolut perfekt. Achtung allerdings beim Mischen: Großes Gefäß nehmen! Ich hab mich nicht ganz genau an die Mengen gehalten, aber durch das Backpulver schäumt die Mixtur ziemlich!bath room cleaner
Praktischerweise hat Ruth Soukup alle Anleitungen für einen Ausdruck auf A4 zusammengestellt.

6.)    Ohne Langeweile

Dieser Punkt hat weniger mit Müll zu tun, als mit der Unfähigkeit, sich mit sich oder der Umwelt auseinander zusetzen, weil wir uns so sehr vom Zeug beherrschen lassen. Ruth Soukup – die mit dem Putzmittel – hat dazu auch einen interessanten Selbstversuch mit ihren Kindern durchgeführt (Why I took my kids‘ toys away and why they won’t get them back). – Beim letzten Beitrag ohne zeug habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass ich dem Wunsch widerstanden habe, mir eine Zeitschrift für die Zugfahrt von Villach nach Graz zu kaufen, obwohl ich wusste, dass das Buch in 10 Seiten ausgelesen ist. Also hab ich es drauf ankommen lassen und mich….unterhalten! Mit jemandem, der in meinem Zugabteil saß. Und es war unterhaltsam, nett und überaus kurzweilig. Und eigentlich ist das traurig, das so etwas immer seltener wird. Aber in Zeiten von Smartphone und ipod hat kaum noch jemand ein Auge oder ein Ohr für jemand anderen. Schade eigentlich. Da sitzen wir alle im selben Boot/Zug/Bus etc. und schotten uns komplett von einander ab.

(Warum finden wir es eigentlich so toll wenn sich wildfremde Menschen küssen – siehe viral video – wäre es nicht schon der totale Thrill für viele von uns, einfach mit wildfremden Menschen Gespräche zu führen? Und zwar nicht nur welche, mit denen wir flirten wollen!)

Als ich von der Weltreise zurückkam, konnte ich überhaupt nicht anders, als ständig Gespräche an Bushaltestellen  und Bahnhöfen mit irgendwelchen Leuten anzufangen. Von diesem Enthusiasmus habe ich seither wieder ich viel verloren. Aber ich finde, ich sollte ihn wieder ein bisschen befeuern. Auch in diesem  Fall bin ich für weniger Zeug und weniger Müll. Auch was J.’s Spielzeug angeht. Im Grunde braucht er keines. Ich habe selbst erst einmal etwas gekauft: einen Beißring. Aber auch erst dann, als ich das Gefühl hatte, er braucht das jetzt wirklich. Alles andere ist geschenkt. Momentan spielt er ohnenhin am liebsten mit Kabeln, kratzt an Pölstern oder sitzt angezogen in der Babybadewanne. Er findet alles spannend. Wozu extra Zeug? Und auch für später möchten wir versuchen an den üblichen Anlässen vor allem tolle Erfahrungen zu schenken, anstatt Dinge, die irgendwann kaputt werden.Story Stones

In nächster Zeit stehen einige Geburtstage unserer Nichten an. Im Sinne von „ohne Zeug“, wollte ich dafür nicht unbedingt neues Kaufen und bin so wieder in die Nähproduktion über gegangen und habe nach diesem wunderbaren Tutorial ratz fatz eine Haube für J. gefertigt und gehe nun für alle andren in Massenproduktion😉 Eine Haube kann Kind zumindest brauchen. Eine andere Idee für das ältere Kind sind „Story Stones„. Die sind mir auf Pinterest über den Weg gelaufen und ich dachte, das kann ich doch auch selber machen. Im Keller habe ich noch reichlich Dekosteine gefunden, ebenso meine lang unbenutzt Acrylfarben. Und schon gibts „Zeug“ ohne Müll und dafür mit viel Vorstellungskraft.

Nachwort: Warum Plastik böse ist…

…brauche ich eigentlich nicht zu erklären. Vor einigen Jahren habe ich zwei Wochen auf einer Turtle Hatchery in Costa Rica verbracht – fernab jeglicher Zivilisation. Unter anderem stand eine tagesfüllende Aktivität in Sisyphosarbeit  Plastikteilchen vom Strand zu entfernen, damit die Schildkröten sich wegen dem Leuchten der Teilchen nicht denken es sei der Himmel und wieder umdrehen. Ganz hoch im Kurs waren Flip Flops, Zahnbürsten, Lollipop-Stäbchen, Plastiksackerl, Kanisterteile. Jeden Tag hat es weitere Teile angeschwemmt, die irgendwo ins Meer gekippt wurden. (Aus den großen Stücken wurden irgendwann Schildchen für die neue Hatchery gebastelt. Am Strandbild links lassen sich zumindest ein paar große Plastikteile erkennen. Das meiste ist recht kleiner Mist.) – Nicht nur weil ich Meeresschildkröten liebe, aber auch deswegen, möchte ich wenigstens dazu beitragen, das mein Müll nicht auf einem dieser Strände landet. Denn irgendwann – befürchte ich – wird es keine Meerestiere mehr geben – und die Sandstrände werden nicht aus zermalmten Steinen bestehen, sondern aus erodiertem Plastik.

Wo versucht ihr Müll und Zusatzzeug zu vermeiden? Welche Tipps und Alternativen habt ihr parat?

9 thoughts on “ohne müll

  1. Deine Konsequenz imponiert mir. Manchmal ist es mir ehrlich gesagt zu anstrengend und teuer auf all das zu achten. Aber ich habe auch erst gerade damit wirklich bewusst angefangen.

    • Also von den Varianten die hier beschrieben sind, könnte ich von keiner sagen, dass sie teurer ist als die „herkömmliche“. Beim Putzmittel hab ichs noch nicht berechnet. – Grundsätzlich sind es eh immer Babysteps. Hat sich bislang alles so nach und nach entwickelt. Und ich denke mal, jede/r fängt dort an, wo er/sie es für am Machbarsten hält.
      Für uns hat es schon sehr viel zu tun mit der „einfacheren“ Variante und der günstigeren. Z.B. Feuchttücher für Babies muss mensch dauernd nachkaufen und die brauchen auch mehr Platz zum mitnehmen. Plastikwindeln sind neben den hauttechnsichen Aspekten auch noch teurer im Vergleich und stinken einfach unglaublich, und halten bei größeren Geschäften nicht mal alles in Zaum (am Kind und im Mistkübel.)
      Gemüse ist – wie gesagt – auf die Dauer saisonal billiger (außer beim Bauernmarkt). Aber es erfordert halt mehr Kreativität beim Kochen.
      Auf jeden Fall find ich es total spannend, was sich aus dem Versuch aus dem konsumatorischen „Alltag“ auszubrechen, alles an neuen Möglichkeiten ergibt. Da bin ich immer wieder überrascht.

      • Also ich meinte z.B. die Seife. Die scheint ja doch relativ teuer zu sein, zumindest das, was ich über Dr. Bonner beim ersten Checken auf Amazon gefunden habe. (Nein, wo ich sie nicht unbedingt kaufen würde.)

        Wir gehen zum Metzger und beginnen gerade ihm unsere Fleischdose zu geben, damit er das Fleisch nicht einwickeln muss. Gemüse kaufen wir oft auf dem Markt oder zumindest ohne Tüten drumherum. Apfelsaft aus der Mehrwegflasche bei Basic. Aber wenn man dann bedenkt, dass dennoch so viel Plastik anfällt … Naja, kleine Schritte, wie du schon sagtest.
        Ein Kind haben wir nicht, aber wenn, dann würde ich das mit den Feuchten Tüchern so machen wie ihr, und das mit den Windeln … da habe ich mal was interessantes gelesen, finde aber momentan nur noch das. http://www.babysohnewindeln.de/warum-windelfrei/

      • Also ich finde die Seife ehrlich gesagt nicht so teuer, zumal wir sie fürs Haarewaschen und Duschen verwenden, wir sind aber keine Viel-Haare-WäscherInnen🙂 Früher hab ich immer Palmolive und Glem Vital gekauft, ich find nicht, dass das billiger war und mit der Seife reichen wir echt eeeewig aus. Aber ich werd mal genau beobachten, wann wir die nächste kaufen🙂

        Die Windelsache find ich auch interessant, aber für uns momentan nicht durchführbar. Vielleicht beim nächsten. Wir sind eh gespannt, ob das mit dem schneller Reinwerden dann auch mit den Stoffwindeln wirklich so schnell klappt. Bisweilen schimpft er gleich mal wenns nass ist.

        Fleischdose ist eigentlich ein guter Hinweis. Sollten wir uns auch mal angewöhnen.🙂

  2. Pingback: Ein halbes Jahr ohne Konsum… | Krach Bumm

  3. WOW!
    Vor allem das Müllsammeln imponiert mir grad voll. Möcht ich auch mal machen.

    Ich bin leider nicht so ganz konsequent… aber ich bin schon auf einem guten Weg.

    Vielleicht kennst du noch die Idee von den KostNixLäden nicht? Da beziehe ich meistens meine Geschenke an andere. Oder manchmal nehm ich Kleidung usw für mich mit. Und zB in Tirol ist der KostNixLaden mit Büchern gesäumt, in Wien gibt es dafür mehr Klamotten und Haushaltsware.🙂

    Wegen Haare waschen, da hab ich letztens nen geilen Blog entdeckt: http://www.kosmetik-vegan.de/
    weil ich find Seife für alles grad wenn mensch wie ich mit fettigen Haar gesegnet ist, problematisch, weil die Seife dann zu schwer ist.
    Ist halt selbst zu entscheiden wie „tussig“ mensch dann noch sein mag. Aber es geht ja langsam auch beides😉
    Hab mir von LUSH so ein Meersalzshampoo im töpfchen gekauft (vor 2? Jahren), welches noch im Schrank steht- nur zum Ende hin wird die Qualität nicht mehr so gut. Deshalb besorge ich mir demnächst ein festes Shampoo von Lush. Mal gucken wie der wird.

    Wie sieht es bei dir mit Schmuck aus? Wie mit „Natur“sachen wie Leder? Vegan und öko geht ja manchmal leider nicht so ganz in einem- viel veganes Zeug ist aus Plastik oder in Plastik eingepackt…
    Und was, wenn dir jemand etwas schenkt, was du schon hast? Lehnst du ab, kommunizierst du das (wenn ja, wie?), verschenkst du das dann einfach weiter…?

    Bezüglich dem „frauenzeug“ – ich bin da zu radikalfeministisch, um da so nen Cup zu verwenden. Ich finde, Frauen dürfen bluten, und dieses Blut darf auch sichtbar sein. Zu bluten gehört in zu meinem Weiblichkeitskonzept von meiner Person dazu und ich will, das dies auch sichtbar ist/sein kann. Und wenn ich mir schon was reinstecke, dann allerhöchstens so nen Naturschwamm.
    (Nicht zuletzt, weil ich langsam vermute, dass ich eine Allergie auf das Bindenmaterial entwickle.)

    Bald kommt in mein Städtchen ein verpackungsfreier Laden, sonst lass ich mir lieber ein Kartonsackerl geben oder nehme eine Ökotasche mit, ich versuche meine Klamotten so lange zu tragen bis es sie zerreißt bzw wenn sie mir zu eng werden, gebe ich sie in einen KostNixladen oder verschenk sie im privaten Umfeld.

    Wenn ich ein Plastiksackerl bekomm, sammle ich sie und werd mir später ne Wäscheleine draus bügeln.

    Ebenso versuch ich Essen weiterzuschenken, wenn die Gefahr besteht, dass ein Lebensmittel abläuft (bin auch immer so dankbar, wenn mir was abgenommen wird); oder auch noch schnell was daraus zu zaubern (Notfallschokoladenkuchen zB), aber auch dann verschenke/teile ich es gern.

    GLG

  4. Liebe Kolrabi, was für ein Kommentar😉 Das mit den KostNixLäden ist ein guter Hinweis, da sollte ich mich echt mal schlau machen. Bislang habe ich ja Facebook Gruppen diesbezüglich genutzt.

    Bezüglich Schmuck: Ich trage fast keinen. Vegan bin ich jetzt sicher nicht durch und durch – bei Kleidung, die ich kaufe schau ich echt darauf, was ich mir grade leisten kann (und das ist nicht viel) und ob ich es irgendwie upcyclen kann. Leder hält insofern ordentlich was aus. Außer ein paar Schuhe, die ich schon ewig habe, besitz ich aber nichts aus Leder.

    Da ich kein Soja vertrage, stellt sich die Frage nach dem in Plastik eingepackten Zeugs eigentlich wenig. Ich koche wenig mit Ersatzlebensmitteln und im Bioladen ist das Gemüse zumindest eh nie eingepackt. Allerdings wenn es sich finanziell nicht ausgeht, muss ich manchmal auf den herkömmlichen Supermarkt zurückgreifen. Da bricht mir fast das Herz wegen dem Plastik und gleichzeitig sträubt sich alles in mir, weil ich das nicht essen will. Aber manchmal geht überleben vor erleben.

    Geschenke: Sind momentan nicht so im Überfluss. Aber zB als der Kleine 1 Jahr alt wurde, haben wir bewusst gebeten, nix zu schenken und stattdessen Essen mit zu bringen – was jede/r halt so mag und damit haben wir dann gegrillt. Dafür gab es ein großes Geschenk. Nach einem halben Jahr hab ich die Challenge ja als beendet erklärt (https://krachbumm.wordpress.com/2014/07/24/ein-halbes-jahr-ohne-konsum/), weil einfach mehrere Ausgaben zu tätigen waren – das war noch vor dem Geburtstag.
    Bis dorthin hatte J. sowieso meist nur mit „Nicht-Spielsachen“ gespielt, deswegen wollten wir unsere Wohnung nicht mit lauter Plastik zumüllen. Einen Bagger haben wir trotzdem bekommen. Aber auch jetzt hält es sich in Grenzen, obwohl mittlerweile schon mehr Spielzeug Einzug gehalten hat.

    Wenn mich jemand fragt, ob ich dieses oder jenes brauchen kann – weil wir eben viel gebrauchtes haben, dann sage ich einfach ja oder nein, Und wenn ich dann doch etwas habe, was ich doch nicht brauche, geb ich es weiter.

    Bezüglich bluten: Wie machst du das dann im Alltag? Also mir wär ehrlich gesagt die Kleidung zu schade. Kann mir irgendwie nicht vorstellen mit blutgetränkten Hosen in die Arbeit zu gehen und überall auf gepolsterten Sesseln Flecken zu hinterlassen. Generell hat mir der Cup ein ganz anderes Verhältnis zu Blut vermittelt als noch die Tampons. Falls du von umstandlos.com hierher gekommen bist, da ist dieses Monat unser Körperflüssigkeiten special. Wär spannend von dir einen Kommentar dort zu lesen😉

    Das mit dem Essen ist ein guter Hinweis. Ich plane aus diesem Grund eigentlich schon immer im Voraus was es zu essen gibt, damit ich nix wegschmeißen muss und eine gute Restlverwertung da is.

    glg Katja

  5. *lach*
    Soooo viel blutet frau ja auch nicht, dass frau ständig und überall was hinterlassen würde.
    Monatsblut geht übrigens auch raus – auch ganz ohne Chemie- beim Waschen. Und eigentlich ist noch nie was verfärbt geblieben. Vielleicht, keine ahnung, bin ich da eh nur privilegiert weil ich nur ein oder zwei Tage starke Blutungen hab und es dann wieder abebbt.
    Meistens merk ich schon – „Oh, jetzt hat sich in meinem Unterleib wohl mehr angesammelt, ich brauch ne Toilette“ und dementsprechend versuch ich eben auf ne Toilette zu kommen. Also eher im Sinne von körpererspürendes freies Bluten.
    Ich bin meistens da halt so radikal, weil viele Frauen den Cup für „Nix sehen, nix kümmern“ gebrauchen- was ich irgendwo halt sehr schade find, sich nicht damit auseinanderzusetzen.
    Aber wer weiß- das Denken ändert sich und somit auch sicher mal meine Meinung.😀

    Danke für den Hinweis…weiß grad gar nicht mehr wie ich auf diesen Blog gekommen bin. Aber umstandslos wars nicht.

    • 🙂 Siehst, ich oute mich hier mal mit Flecken, die ich nimmer rausgebracht hab mit Wasser und von den 1 – 2 Tagen bin ich momentan weit entfernt. Das mit dem Erspüren wann die Periode beginnt, ist überhaupt kein Problem. Das krieg ich super hin. Bloß sammelt es sich nimmer immer sondern ist eher so ein beständiges Rinnsal😉
      Bin eigentlich erst durch den Globetrotter-Versand auf den Cup gekommen, als ich ne längere Reise vor hatte. In Südamerika gibts ja nicht in allen Langstrecken-Bussen verfügbare Toiletten und stehen bleiben ist da auch oft nicht. Auch für diverse Trekkings war der Cup ne echte Erleichterung.

      In meinen Breitengraden hier ist der Cup übrigens noch sehr unbekannt. Ich kenne glaub ich maximal ne Hand voll Frauen, die den benutzen/kennen. (Aber bei mir gibt’s nicht so viele radikale Feministinnen😉 in der Nähe). Für viele ist grade diese Handhabung von wegen den Cup richtig einsetzen und auch mal das ganze Blut so richtig sehen sehr revolutionär und freakig. Von außen sieht mensch es zwar nicht, aber ich glaub mit einer selber macht es schon was von wegen Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper.

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