ohne zeug

zwei Monate ohne Zeug_titelIch mach bei „good matters: goods don’t“ mit. Ich versuche, ein Jahr lang kein Zeug zu kaufen. Weil wir alle so viel und dauernd eben Zeugs kaufen, dass nicht mal wirklich verbraucht oder gebraucht wird, hab ich mir gedacht, ich probier das mal aus. Zwei Joker, also Ausnahmen gibt es. Anfangs dachte ich, das wird ein neuer Laptop sein und schon war der alte hin. Aber dann hat ein lieber Mensch einfach so gesagt, den bezahlt er – ergo: Noch alle Joker da.

Den Blogpost habe ich ca. vor zwei Wochen schon mal vorgeschrieben. Inzwischen hat sich nicht viel getan. Sieht so aus, als hätte sich ein Gewöhnungseffekt eingestellt.😉

Was hat sich getan, was hab ich gebraucht?

Töpfe. Uns fehlen immer noch Töpfe, weil wir wechselweise ein paar mal zu oft was anbrennen haben lassen. Eine Keramikauflaufform – ne große – wär auch notwendig, weil die alte nen Sprung hatte und zerbrochen ist. Für die Töpfe hab ich mal auf Share & Care geschaut, und es hat sich gleich jemand gemeldet. Nur abgeholt haben wir sie noch nicht.

Briefmarken. Ich schreibe ja gerne Postkarten, und sammle sie auch. Ebenso Briefmarken. Aber sammeln = Zeug. Also momentan löse ichs so, dass mir liebe Menschen schreiben, aber ich kaufe nicht. Aber anfangs hat mir wirklich das Herz geblutet.

Handschuhe, Mütze. Die Handschuhe waren kaputt und löchrig, die Hauben alle zu weit. Die Handschuhe hab ich „kunstvoll“ repariert, und eine Mütze über einen Tauschmarkt bekommen.

Was hab ich nicht gebraucht, was wollt ich haben?

Zeitschriften, Bücher, Zeitschriften, Bücher. Das ist echt schwer. Aber ich hab mir beim Press & More und in der Buchhandlung wenn ich Wartezeiten hatte, wirklich mal bewusst die Dinger angeschaut und kam zum Schluss: Brauch ich nicht. Hab ich noch. Mein daraus resultierender Vorsatz, jedes Monat ein Buch zu lesen, das noch immer rumliegt wurde sogar wieder Erwarten begangen. (Am 30.1. war Start. Am 31.1. das erste Buch (aus)fertiggelesen. Das zweite ist in Arbeit.) Auch meine Zeitschriften sollten endlich mal gelesen werden… Das Megaphon kauf ich nicht mehr, aber gebe dem Verkäufer meines Vertrauens trotzdem den Kaufpreis. Praktischerweise kauft der liebe Mensch noch immer eins. (Früher hatten wir zwei.)

Verschenkt, geschenkt…

Bei Share & Care auf der Suche nach Töpfen begegnete mir zufällig die Frage nach einem alten (auch kaputten Laptop). Meiner war inzwischen zerlegt, doch die junge Frau konnte ihn trotzdem brauchen. Mittlerweile ist er in Kenia und wird vermutlich dort wieder geflickt. Vorher hat ich mir ohnehin schon überlegt, ob ich ihn bei http://www.labdoo.org/de spende.
Da ich ständig Babyzeugs und Schwangerenzeugs verborge oder verschenke (wenn ichs nicht mehr brauch), habe ich im Gegenzug ein Paar DocMartens bekommen!!! Sollche wollt ich immer schon mal. Die Besitzerin hat sie kaum getragen.

Upcycling, nähen

Eine Tasche hab ich mit den Schuhen ebenfalls bekommen, aber die hat meiner Beanspruchung nur kurz standgehalten. Nun überleg ich, sie zu reparieren oder sogar zu verschönern. Über pinterest bin ich auf ein paar recht coole Upcycling-Möglichkeiten für T-shirts gekommen. Momentan such ich noch nach Verwendung für alte Longshirts. Aber zumindest ein T-Shirt-Rock steht schon an. Überhaupt gelüstet es mich sehr zu Nähen in letzter Zeit. Da J. ja nicht bei good:matters mitmacht, kann ich für ihn ja mehr oder weniger getrost Geld ausgeben (auch wenn wir wirklich total viel 2nd Hand verwenden). Stoff ist nun mal meine neue Liebe. Und da hab ich ordentlich zugeschlagen. Und nun wird damit genäht. Etwas plagt mich das schlechte Gewissen. Andererseits fehlen mir gerade so Zwischengrößen, wo es für Stoffwindelkinder einfach nur schwer was zu finden gibt.  Ebenfalls probieren möchte ich Furoshiki als Alternative zu Geschenkspapier. Mal schauen.

ohnezeug_babybody

Die Sache mit den Jokern

Neben dem neuen Laptop stand noch evtl. ein E-Bike auf der Liste. Da bin ich mir noch nicht sicher. Grund ist der steile Weg zur Kinderkrippe, ein Radanhänger und Zeitersparnis in dieser Kombi. Preis hab ich mir noch nicht angesehen. Was aber wirklich dringend werden könnte: Unterwäsche/Socken. Da solle ich mir wirklich einen Joker aufbehalten. Was ich irgendwie immer lieber hätte: Eine gute Nähmaschine. Momentan nähe ich mit einer Geliehenen, die nicht gebraucht wird. Die Marke ist gut, aber nach all den Näh-Tutorials – und falls ich eben wirklich zur Näherin werde – wäre eine Overlock-Maschine schon ne Sache. Mal mehr als eine Spule ebenso. Ich lass mich mal überraschen, was noch auf mich zukommt.

6 thoughts on “

  1. Finde ich absolut genial, wie du das machst! Congrats und Chapeau!
    Ich bin zwar noch nicht so weit wie du, aber schon vieeeeeeeel besser als früher. Wenn ich heute einen Kaufimpuls habe, gebe ich dem nicht nach, sondern vereinbare mit mir zumindest: Wenn es wichtig genug ist, kann ich es später auch noch erwerben. Meist tue ich das dann nicht.
    Und ich habe in Zeiten meiner früheren Arbeitslosigkeit, als das Geld knapper war, täglich festgestellt: Mein Leben ist überhaupt nicht schlechter, unglücklicher, weniger erfüllt, weil ich mir kein Zeugs gekauft habe. Ganz im Gegenteil!

  2. Pingback: ohne müll | Krach Bumm

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