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Vorsicht, dieses Buch…

…könnte deine Weltanschauung verändern…

Derzeit schreib ich ohnehin genug, dachte ich könnte euch mal mit etwas Lesestoff versorgen. Diesmal also kein üblicher Blogeintrag mit erhobenem Zeigefinger. Heute ist Lesestunde angesagt.

Einführung in Feminismen

Die Töchter Egalias, Gerd Brantenberg

Immer dann wenn man/frau denkt, sie ist schon hinweg über alle Vorurteile, wird schlagartig klar (auch wenn dieses Buch aus den 70ern stammt), was noch immer einiger Generalsanierung bedarf.
Auf Amazon nur mehr gebraucht, aber mit vielen Rezessionen.

„Schließlich sind es immer noch die Männer, die die Kinder bekommen‘, sagte Direktorin Brams […]. Es war ihr anzusehen, dass sie gleich die Befrauschung verlor.“ 🙂 sehr amüsant und erleuchtend zu lesen

The Lolita Effect: The Media Sexualization of Young Girls and What We Can Do About It, Gigi Durham

Ein Sachbuch/Ratgeber zum Wachrütteln, womit Jungs und Mädchen heutzutage über Medien bombardiert werden, und welche Auswirkungen das hat. Allen Eltern einer Tochter im Speziellen (aber von Söhnen ebenfalls), sei dieses Buch ans Herz gelegt – und ebenfalls der Gedanke, sich mal näher mit den Slogans auf der Kleidung ihrer Kleinen zu beschäftigen…. Bislang ist die Ausgabe soweit ich weiß nur in Englisch zu erhalten.

Schulprojekte, die sich ebenfalls mit dem Buch beschäftigen, veröffentlichen immer wieder Videos auf Youtube. Einen guten Überblick verschafft auch dieser Blog.

Der letzte Patriarch, Najat El Hachmi

Extrem fesselnder Roman über die Familiengeschichte und Emanzipation einer muslimischen Frau zwischen Marokko und Spanien.
Najat El Hachmi verrät ihre vielschichtigen, eigenwilligen Figuren nie, stellt ihre Schwächen aber schonungslos bloß. Jenseits aller Klischees und Stereotypen zeugen sie von der Komplexität der Welt, in der wir alle leben.“ (Amazon, Kurzbeschreibung)

Ich habs geschenkt bekommen und über ein halbes Jahr lag es in der Ecke aufgrund Titel und Cover. Dachte an eine Story a la „Nicht ohne meine Tochter“ und hab mich sehr getäuscht. Wirklich gut, wirklich spannend, und so realistisch (vor allem wenn man im Sozialbereich arbeitet), dass einer/m einige Brocken im Halse stecken bleiben.

Macht und Magie. Der weibliche Weg, die Welt zu verändern, Angelika Aliti

Weder wissenschaftlich noch feministisch im Butler’schen Sinne. Eher von der Differenzseite. Tut aber zwischendurch auch mal gut, wenn eine vor lauter Dekonstruieren den roten Faden verliert. Auf jeden Fall gut für die Seele, und Frau Aliti ist einfach eine Wucht. Noch dazu lebt sie in der Südoststeiermark und bald in Bad Gleichenberg. Wer besucht sie mit mir?

Das Buch besitz ich seit ewigen Zeiten, hab es vor kurzem wieder entdeckt und es kam genau richtig. Bücher finden manchmal eine/n einfach so.🙂

Drachenzeit, Luisa Francia

Ebenso wenig wissenschaftlich, wieder mehr die magische Seite. Für alle jene, die sich mit ihrer Menstruation aussöhnen möchten/sollten aber eine interessante Lektüre weg vom medialproduzierten Wesen Frau zum echten Körper, der kann was er kann. Und das ist gut so. Ganz nebenbei ein bisschen Symbol- und Drachenkunde.

Auch dieses Buch wurde wieder entdeckt und stammt noch aus einem Referat anno dazumal, indem es um die Aneignung von Symboliken ging.

Dem eigenen Weiß-Sein begegnen

Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk, Susan Arndt

Es gibt viele unbequeme Bücher. Dieses ist eines davon. Sollte noch jemand daran zweifeln, ob das N-Wort wirklich bös gemeint ist, der/dem sei dieses Buch empfohlen. Aber auch Begriffe wie Mohr, Hottentotten, Animismus, Mischling, Häuptling etc. werden sprachwissenschaftlich genau untersucht und auf ihr koloniales und rassistisches Gehalt in geprüft. Langsam sollte eine/r sich überlegen, wozu wir diese Worte denn überhaupt gebrauchen, wenn wir sie eh nicht so meinen…
Noah Sow gibt übrigens ein gutes Beispiel für die Bilder, die Sprache erzeugt.

Über dieses Buch bin ich im Zuge eines Seminars über deutsche Kolonialliteratur gestoßen. Mein Referat drehte sich um den 20er Jahre Roman „Der Neger Jupiter raubt Europa„. Der so graußlig ist, dass man/frau fast nich hinschauen/lesen kann.

The Whiteness of Power: Racism in Third World Development and Aid, Paulette Goudge

Ein Buch, bei der es jeder/m VolontärIn den Magen umdreht. Leider hat Paulette Goudge recht. Ihr Buch ist kein rein wissenschaftliches Werk zu den critical whitness-studies (kritische Weißseinsforschung), gerade aber durch die Reflexion ihrer InterviewpartnerInnen und ihrer eigenen Arbeit als Voluntärin in Nicaragua so nah dran und so unbequem. Schonungslos hinterfragt sie unsere weißen Motive und Verhaltensweisen, wenn wir unqualifiziert, der Sprache nicht mächtig aber einfach weil wir aus Industrienationen stammen davon ausgehen, dass wir anderen die Welt erklären können. Von den ignorierten globalen wirtschaftlichen und historischen Zusammenhängen ganz zu schweigen.

Daran knabbere ich aus aktuellem Anlass für eine Seminararbeit über Werbebotschaften in der Entwicklungshilfe.

Ein bisschen Seelenheil zum Schluß

Die 7 Geheimnisse der Schildkröte, Aljoscha Schwarz

Von einer sehr lieben Freundin bereits vor meiner Weltreise empfohlen, seither immer wieder auf meinem Nachttisch zu finden. Nicht nur weil eine Schildkröte drauf ist. Gibts auch elektronisch und zum reinschmöckern auf Amazon. Mein wertvollster Buchschatz.

Nachtrag: Und es gibt noch viele viele mehr (siehe Titelbild und hier)

One thought on “Vorsicht, dieses Buch…

  1. Pingback: Ich hab eine Wassermelone getragen | trärchen.kollektiv

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