Grundsatzdiskussion

Ich oute mich…

05_humorIn einer meiner Lehrveranstaltungen wurde viel diskutiert über ein „coming out as a fat person“. Der Grund? Irgendwann dezitiert zu sagen: Ich bin dick und wenn ihr Witze über dicke Leute macht, dann fühle ich mich ab heute ganz offiziell verletzt. – Nun, ich mache kein coming out as a fat person, auch wenn mir die Medienlandschaft so etwas sicher gerne suggerieren möchte. Im Gegenteil. Nach langer TV- und Schundheftabstinenz fallen mir erstmals zu dünne Personen eklatant auf und rufen Beschützerinneninstinkte in mir hervor. Mittlerweile kann ich ungesund von schlank und völlig normal unterscheiden.

Ich habe einen anderen Grund mich zu outen. Ich bin Feministin. Uuuh…echt?…ernsthaft?…magst du keine Männer….bla bla….du schaust eh gut aus…..bla bla…verklemmt…bla bla…humorlos…bla bla…die Welt hat andere Probleme. Ja sicher, Eu-Richtlinien für die Normgröße von Gurken zum Beispiel.
Jedenfalls ab jetzt gilt: ich fühle mich nun (ganz offiziell) IMMER persönlich angegriffen, wenn jemand sich sexistisch verhält oder äußert; und werde in keinem Fall mehr schweigen oder so tun, als würd ichs ignorieren. Harte Zeiten brechen an. Jetzt lache ich also ganz offiziell nicht über Mario Barth und zerstöre auch die letzten Hoffnungen mich jemals wie Daniela Katzenberger zu stylen. (Meiner Vergangenheit sei Dank, gibt es mehr als genug Gelegenheiten an denen ich früher nicht verklemmt war und sogar noch Humor hatte. Tja, die gute alte Zeit.)
Nein ehrlich, manchmal frage ich mich, ob Menschen nicht-weißer Hautfarbe sich ebenfalls den Vorwurf von Humorlosigkeit oder Verklemmtheit gefallen lassen müssen, nur weil sie es nicht so prickelnd – nein, sogar rassistisch empfinden – als Neger beschimpft zu werden. Immerhin, es gibt ja sogar Antidiskriminierungsgesetze, Verurteilungen wegen Volksverhetzung (zwar rar aber doch) und zu mindest ein Medienecho wenn sich jemand, den neuen Juden nennt. Ich frage mich gerade, ob das auch eine Aneignung im Sinne der riot grrrl Bewegung sein soll, oder a la slut walk und der HC hat da nur was falsch verstanden….egal.

Ich bin Feministin und ich empfinde ich die PETA-Werbekampagne „boyfriend went vegan and knocked the bottom out of me“ als eine der geschmacklosesten, gewaltverherrlichendsten und ekelhaftesten Produktionen, die PETA bislang hervorgebracht hat. Ich bin Feministin, und sexuelle Gewalt gegen Frauen finde ich nicht komisch. Noch weniger, wenn der Begriff Opfer in Miskredit gezogen wird, blaue Flecken, Halskrausen und etc. zum Synonym für „tollen“ Sex hocherkoren werden, und so getan, als gehört das einfach dazu, dass man nach dem Sex das Loch in der Wand über dem Kopfteil verspachteln muss. Ein Tritt in die Magengrube jedes Frauenhauses, jedes slutwalks, jeder „no means no“-Kampagne, jedes Opfers von sexueller Gewalt, ob Mann oder Frau.

Eine Liste von Menschen, die mein Humorverständnis ebenfalls teilen:

Und natürlich, wie soll man es anders von mir erwarten, finde ich den Song, mit dem uns die Trackshittaz beim Eurovisions Songcontest vertreten werden – na, ihr wisst es schon? – Genau: Nicht lustig. Armin Wolf übrigens auch nicht. Hab ich auf seiner Twitter-Wall gelesen. Den Villacher Fasching hat er auch als sexistisch gebranntmarkt. Ha! So ein Feminist aber auch!

Worüber FeministInnen lachen…

Wenn ich nun aber nicht über sexistischen Sch…. lache, worüber lachen dann Feministinnen denn dann zum Beispiel? Nun ja, das Missy Magazine hat gerade in der aktuellen Ausgabe ein Dossier zu Funny Women. Über Jenna Marbles kann ich mich ebenfalls amüsieren. Und Margaret Cho ist einfach großartig.

Und Wanda Sykes!

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