frauenzimmer

Feministische Pornos? – PorYES

Ich will ja nicht in die Schublade fallen, mich nur mehr mit Pornografie zu beschäftigen und eigentlich hätt ich grad auch Lust was über die Feminisierung der Migration zu schreiben. Nicht nur weil ich gerade wieder etwas über Sextourismus und Thailand in die Finger bekommen habe und in Moldawien an die 177 000 Kinder (schätzt die UNICEF) auf ihre eigentlich hochqualifizierten Mütter warten, die in der gelobten EU als Pflege-Sklavinnen 7 Tage die Woche Geld für ihre daheimgebliebenen Familienmitglieder verdienen. Dazu auch, aber dazu ein andermal. Noch, ist etwas anderes fällig.

Mein Porno-Artikel hat ja einigen Wind gemacht. Und vieles gibt es noch zu lesen, zu recherchieren, was mir da zugetragen wurde. Ein Aspekt, der mir bislang allerdings nicht bekannt war, und der doch auch Beachtung finden sollte, ist sex-positiver Feminismus. Ein Herr, der in dieser Branche arbeitet, und mit dem ich seit meinem Artikel einen „Defintionskrieg“ per Mail führe, hat mich darauf aufmerksam gemacht.

Nun bin ich also auf folgendes gestoßen:

  1. Es gibt einen feministischen Porno-Filmpreis in Europa = PorYes
  2. Es gibt tatsächlich eine Reihe von erotischen Filmen, die sich jenseits von Genitalien-Klatsch-Optik entwickelt haben, in denen es echte Pärchen gibt, mit echtem Sex, echter Lust, echten Körperformen und allem echten Drumherum wie es eben wirklich ist, wenn sich zwei Mensch lieb haben🙂 oder eben sehr anziehend finden.
  3. PorYes unterstützt PorNo und richtet sich gegen diskriminierende, sexistische und rassistische Darstellungen sowie gegen die Pornografisierung des Alltags.
  4. Candida Royalle – sowas wie die grande dame des Frauenporno-Business gibt einen Ratgeber raus mit dem Titel „How to tell a naked man what to do“
  5. Es gibt Pornos für und mit lesbischen Frauen, die nichts mit barbusigen langhaarigen Blondinen zu tun haben.
  6. Es gibt sogar BDSM jenseits von Böse.
  7. Es gibt sowas wie ein deutsches unabhängiges Pornoheft für Mädchen, dass normale Männer/Jungs zeigt – nicht Waschbärbauch, aber auch nicht Men`s Health-like. Für Jungs gibts das übrigens auch. Alles freiwillig, ohne Glanz und ohne Ruhm, dafür mit Spiel, Spaß und Spannung – fair trade-Porno sozusagen.
  8. Und: sex-positive Porno-Produzentinnen wie Petra Joy unterstützen auch Organisationen wie Unseen, die sich gegen die dunke Seite der Sex-Industrie stellt.

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Beim Herumstöbern bin ich auch immer wieder über sehr aufschlussreise Rezensionen sogenannter Frauenpornos gekommen. Entweder 5-Sternchen oder gar nichts. In der Artikelbeschreibung stand bei Petra Joy ja zB, das wär was für Leute, deren größtes Sexualorgan zwischen den Ohren sitzt. Die haben dann auch 5 Sternchen vergeben. Die andren waren, nun ja, doch etwas ungehalten. Denen haben die Klatsch-Klatsch-Szenen mit den Riesengenitalien und den Plastikpüppchen-gleichen Zombies wohl gefehlt.

Wie auch immer, ich empfehle allen mal da rein zu schnuppern – auch in David Schnarch liest sich noch immer recht interessant und aufschlussreich.

Was zum Nachdenken und passend wie ich finde ist „The Daily Exhaustion“ – eine Arbeit der holländischen Fotografin Anouk Kruithof, die sich selbst – bewußt sehr unretouchiert -nach dem täglichen Fitnesstraining abgelichtet hat. Das echte Leben wie es ist.

Ansonsten: viel Spaß beim Googlen, Gucken und Blättern, was auch immer. – Das nächste Mal wirds wieder ernst.🙂

Nachtrag 2013: Der werte Herr, der mich damals auf PorYes gebracht hat, hat mittlerweile seine Diss unter dem Namen „Feminismus fickt“ veröffentlicht.

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