Fotografieren für den Seelenfrieden…nur wie?

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust – sagt Faust. Wären’s ach nur zwei, hätt ich längst schon hier geschrieben. Die Wissenschaft hält mich im Zaum, die Poesie in aller Stille fest, das Buch sitzt mir im Nacken, und dazwischen purzeln tausend Ideen für Blogeinträge und Briefe aus meinem Kopf. Ja, Briefe…vor allem in die Vergangenheit. Aber dazu ein ander mal.

Ich habe mir vorgenommen, meine Seelen langsam abzuarbeiten; nicht zuletzt weil mit der Kulturgeschichte der Empfängnisverhütung eine der spannendsten und berichtenswertesten Lehrveranstaltungen im Juni ansteht. Den Anfang macht heute…trommelwirbel…die Fotografin in mir. Grund: Marc Lagrange ist in der Stadt bzw. seine Ausstellung. – Ich muss zugeben, ich weiß nichts über ihn. Aber hierfür ist das auch egal. Etwas hat mich gestört an den Bildern. Nein, bei der Austellung war ich noch nicht. Sie üben einen seltsamen Reiz auf mich aus. Sie hat schon was, seine Art zu fotografieren, seine Art, Bilder zu schaffen. Und gleichzeitig irritiert sie mich. Und erinnert mich..

…an die so eben fertiggestellte Seminararbeit über Bildanalyse und male gaze. Der male gaze (männliche Blick) ist ein feministischer Terminus (nona :-) ), den Laura Mulvey in den 70ern geprägt hat, als sie sich mit der Blickrichtung des Kinopublikums näher beschäftigte. Es geht darum, dass wir ZuschauerInnen automatisch aus der Sicht eines weißen Mittelklasse Mannes mit bestimmten Konventionen eben “zuschauen”, bzw. eine Geschichte in Bildern auch aus dieser Perspektive erzählt wird. Gängige Rollenklischees und Ideologien (z.B. Heilige vs. Hure) inklusive. Gleichzeitig ist nach Mulvey auch der Mann der Träger des Blickes (Bearer of the Look) und damit der aktive Part bzw. das Subjekt, und die Frau wird Objekt. Auch wenn Frauen sich aus der männlichen Sicht heraus sehen,  beurteilen sie sich aus diesem Schema heraus. = “Schaut sie gut aus? Für einen Mann begehrenswert?” – Und ja klar, welch Überraschung, es geht dabei immer um heterosexuelles Begehren = Stehen eure MechanikerInnen auch so da?heteronormativ; der Mann ist der Oberchecker, die Frau das lasziv drabierte Weibchen. Horrorfilme sind ein Paradebeispiel dafür. Die Kameraperspektive ist fast immer jene des (männlichen) Mörders. Die halbnackte Sünderin wird aufge…naja, den Rest kennen wir ja. Blair Witch Project scheint dahingehend schon wieder spannender.
In unserer Seminararbeit haben wir jedenfalls zu Darstellung des male gaze ein Werbebild von pepe jeans analysiert. Wir = ich und ein männlicher Studienkollege (es gibt mehrere Männer in meinem Studium. Nein, heterosexuell. Alle mit Bartwuchs. :P ). Und an so nem Bild sieht man ganz schön: die Männer machen irgendwas, sind einfach cool und lässig. Sie ist sexy und starrt uns, die BetrachterInnen an. Soll heißen: die Männer und BetrachterInnen als handelnde Subjekte, die Frau als betrachtetes Objekt und immer ein bissl sexy. Und in Pose halt. Als Betrachterin identifizier ich mich mit ihr (lt. Mulvey), und checke ab, wie sie auf die Männer wirkt – und wie ich wirken könnte, in diesen Jeans beispielsweise. Das ist jetzt sehr verkürzt, aber Frau Mulvey lässt sich auch googeln. ;-) Hier ein paar Bildchen zum Schauen. Das rechts, wurde von uns analysiert.

Unser Analysebild

Und dann versucht mal den Blick um zu drehen und schaut euch das hier mal näher an…

Irritierend oder? Plötzlich werden unsere Sehgewohnheiten durchbrochen.

Und dann Marc Lagrange. Auch diese Ästhetik. Also die mit dem male gaze. Und noch ein bisschen mehr. Die Listhalle und die Inszenierung mit dieser nackten Frau auf der Halle lässt mich irgendwie schaudern. Da kommen sehr sehr unschöne Mediennachrichten in mir hoch. Und beim durchklicken seiner Fotos: Objekte. Schön anzusehen. Aber Objekte. Und dann merk ich plötzlich wieder, warum ich so ein Problem damit hab, Personen zu fotografieren. Ich kann das nicht mit diesen Shootings, und ich mag auch selbst nicht dieses micht Verbiegen, dieses Posen. Es gab mal eine Zeit, da stand ich gern auf dem Podest, in “braver” patriarchaler Tradition. Und klar, die Teufelshörner zum Krampus und zu Fasching inkl. verführerischem Lächeln gehörten da dazu. Hat auch gewirkt. Natürlich. Aber jetzt, jetzt kommt mir das komisch und aufgesetzt vor. Ein Minirock fühlt sich plötzlich nicht mehr selbstbestimmt an. Schon gar nicht mit High Heels. Aber mit knallbunten oder Ringel-Strümpfen. Was sagt uns das?

Und dann wieder Marc Lagrange und ich sehe noch etwas anderes in seinen Bildern. Dieses sich Hinstellen und Objekt-Sein erinnert mich an etwas anderes: Postkarten aus der Kolonialzeit. Klassische Ethnografie. Die Bilder von irgendwelchen fremden Völkern, IndianerInnen, InsulanerInnen, schön aufgereiht, wie andere wissenschaftliche Artefakte. Und vielleicht noch ein Busenbild mit der nackten exotischen Schönheit, Blume im Haar nicht vergessen.

Soweit die (post)koloniale Bildtradition. Dann Lagrange…

Wie ein anderer männlicher Studienkollege diese Woche schon gesagt hat: Ich unterstelle ihm (Lagrange in diesem Fall) die besten Absichten. Und vom technischen Standpunkt her – keine Frage. Aber irgendwie lösen die Bilder Unbehagen in mir aus. Und ich sehe nur mehr zu betrachtende Objekte vor mir.

Koloniale Bildtradition *würg* Natürlich, es hat was. Klar, ich sitze ja auf Seiten der Mächtigen, der Bildmächtigen. Aber produzieren würd ichs selber nicht wollen. Und dann hab ich’s aber doch. Vor zwei Jahren in Peru. Natürlich wollte ich die süßen kleinen Kinder fotografieren. Nur hatte ich nicht damit gerechnet, dass egal was ich versuchte, sie sich entweder in koloniale oder Model-Pose warfen.

 

 

 

 

 

 

Tja, was macht jetzt die Fotografin in mir? Warten. Kommt Zeit. Kommt Bild. Und Subjekt. Ohne male gaze. Hoffentlich.

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Vorsicht, dieses Buch könnte deine Weltanschauung verändern…

Derzeit schreib ich ohnehin genug, dachte ich könnte euch mal mit etwas Lesestoff versorgen. Diesmal also kein üblicher Blogeintrag mit erhobenem Zeigefinger. Heute ist Lesestunde angesagt.

Einführung in Feminismen

Die Töchter Egalias, Gerd Brantenberg
Immer dann wenn man/frau denkt, sie ist schon hinweg über alle Vorurteile, wird schlagartig klar (auch wenn dieses Buch aus den 70ern stammt), was noch immer einiger Generalsanierung bedarf.
Auf Amazon nur mehr gebraucht, aber mit vielen Rezessionen.

“Schließlich sind es immer noch die Männer, die die Kinder bekommen’, sagte Direktorin Brams [...]. Es war ihr anzusehen, dass sie gleich die Befrauschung verlor.”  :) sehr amüsant und erleuchtend zu lesen

The Lolita Effect: The Media Sexualization of Young Girls and What We Can Do About It, Gigi Durham

Ein Sachbuch/Ratgeber zum Wachrütteln, womit Jungs und Mädchen heutzutage über Medien bombardiert werden, und welche Auswirkungen das hat. Allen Eltern einer Tochter im Speziellen (aber von Söhnen ebenfalls), sei dieses Buch ans Herz gelegt – und ebenfalls der Gedanke, sich mal näher mit den Slogans auf der Kleidung ihrer Kleinen zu beschäftigen…. Bislang ist die Ausgabe soweit ich weiß nur in Englisch zu erhalten.

Schulprojekte, die sich ebenfalls mit dem Buch beschäftigen, veröffentlichen immer wieder Videos auf Youtube. Einen guten Überblick verschafft auch dieser Blog.

Der letzte Patriarch, Najat El Hachmi

Extrem fesselnder Roman über die Familiengeschichte und Emanzipation einer muslimischen Frau zwischen Marokko und Spanien.
Najat El Hachmi verrät ihre vielschichtigen, eigenwilligen Figuren nie, stellt ihre Schwächen aber schonungslos bloß. Jenseits aller Klischees und Stereotypen zeugen sie von der Komplexität der Welt, in der wir alle leben.” (Amazon, Kurzbeschreibung)

Ich habs geschenkt bekommen und über ein halbes Jahr lag es in der Ecke aufgrund Titel und Cover. Dachte an eine Story a la “Nicht ohne meine Tochter” und hab mich sehr getäuscht. Wirklich gut, wirklich spannend, und so realistisch (vor allem wenn man im Sozialbereich arbeitet), dass einer/m einige Brocken im Halse stecken bleiben.

Macht und Magie. Der weibliche Weg, die Welt zu verändern, Angelika Aliti

Weder wissenschaftlich noch feministisch im Butler’schen Sinne. Eher von der Differenzseite. Tut aber zwischendurch auch mal gut, wenn eine vor lauter Dekonstruieren den roten Faden verliert. Auf jeden Fall gut für die Seele, und Frau Aliti ist einfach eine Wucht. Noch dazu lebt sie in der Südoststeiermark und bald in Bad Gleichenberg. Wer besucht sie mit mir?

Das Buch besitz ich seit ewigen Zeiten, hab es vor kurzem wieder entdeckt und es kam genau richtig. Bücher finden manchmal eine/n einfach so. :-)

Drachenzeit, Luisa Francia

Ebenso wenig wissenschaftlich, wieder mehr die magische Seite. Für alle jene, die sich mit ihrer Menstruation aussöhnen möchten/sollten aber eine interessante Lektüre weg vom medialproduzierten Wesen Frau zum echten Körper, der kann was er kann. Und das ist gut so. Ganz nebenbei ein bisschen Symbol- und Drachenkunde.

Auch dieses Buch wurde wieder entdeckt und stammt noch aus einem Referat anno dazumal, indem es um die Aneignung von Symboliken ging.

Dem eigenen Weiß-Sein begegnen

Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk, Susan Arndt

Es gibt viele unbequeme Bücher. Dieses ist eines davon. Sollte noch jemand daran zweifeln, ob das N-Wort wirklich bös gemeint ist, der/dem sei dieses Buch empfohlen. Aber auch Begriffe wie Mohr, Hottentotten, Animismus, Mischling, Häuptling etc. werden sprachwissenschaftlich genau untersucht und auf ihr koloniales und rassistisches Gehalt in geprüft. Langsam sollte eine/r sich überlegen, wozu wir diese Worte denn überhaupt gebrauchen, wenn wir sie eh nicht so meinen…
Noah Sow gibt übrigens ein gutes Beispiel für die Bilder, die Sprache erzeugt.

Über dieses Buch bin ich im Zuge eines Seminars über deutsche Kolonialliteratur gestoßen. Mein Referat drehte sich um den 20er Jahre Roman “Der Neger Jupiter raubt Europa“. Der so graußlig ist, dass man/frau fast nich hinschauen/lesen kann.

The Whiteness of Power: Racism in Third World Development and Aid, Paulette Goudge

Ein Buch, bei der es jeder/m VolontärIn den Magen umdreht. Leider hat Paulette Goudge recht. Ihr Buch ist kein rein wissenschaftliches Werk zu den critical whitness-studies (kritische Weißseinsforschung), gerade aber durch die Reflexion ihrer InterviewpartnerInnen und ihrer eigenen Arbeit als Voluntärin in Nicaragua so nah dran und so unbequem. Schonungslos hinterfragt sie unsere weißen Motive und Verhaltensweisen, wenn wir unqualifiziert, der Sprache nicht mächtig aber einfach weil wir aus Industrienationen stammen davon ausgehen, dass wir anderen die Welt erklären können. Von den ignorierten globalen wirtschaftlichen und historischen Zusammenhängen ganz zu schweigen.

Daran knabbere ich aus aktuellem Anlass für eine Seminararbeit über Werbebotschaften in der Entwicklungshilfe.

Ein bisschen Seelenheil zum Schluß

Die 7 Geheimnisse der Schildkröte, Aljoscha Schwarz

Von einer sehr lieben Freundin bereits vor meiner Weltreise empfohlen, seither immer wieder auf meinem Nachttisch zu finden. Nicht nur weil eine Schildkröte drauf ist. Gibts auch elektronisch und zum reinschmöckern auf Amazon. Mein wertvollster Buchschatz.

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Rapunzel lass das Haar herunter – oder: Beware of the hair!

So, dieser Eintrag erfordert echt Mut. Morgen habe ich einen Termin beim Frauenarzt. Nein, das ist noch nicht das Mutige. Spannungspause. Ich habe beschlossen: ich werde mir für diesen Termin die Beine nicht rasieren. Totenstille. Entsetzen bei der Generation unter 30. Und nach Einschätzung anderer hätte ich es vermutlich bitter nötig. Noch mehr Entsetzen. Ja, das muss man/frau erst mal sitzen lassen.
Ganz ehrlich: ich bin scheißnervös. Es wird sich vermutlich extrem peinlich anfühlen. Aber ich fasse all meinen Mut zusammen. Ich werde es schaffen.  Aber warum dieser Sinneswandel?

Grad eben saß ich in einer Lehrveranstaltung zur Methoden der Geschlechterforschung. Wir haben die Bravo durchgeblättert. Die einen über 30 waren entsetzt über die rosanen, rasierten Fleischkörper. Die unter 30 blickten betreten über ihr Nicht-Entsetzen auf die Seite. So ist das mit den Haaren. Vor wenigen Generationen war noch “Mein Bauch gehört mir” (Thema Abtreibung) der große Slogan. Heute würde frau mit “Mein Körperfett gehört mir” oder “Meine Körperbehaarung gehört mir” eine große Medienwelle in Zeiten des Anal-Bleachings lostreten. Für alle, die noch nichts von den Errungenschaften der Genitalchirurgie und des intim waxings gehört haben: ja, man kann sich auch das A…loch bleichen. Das machen auch unsre lieben Freunde und Freundinnen in der Pornoindustrie; oder warum sonst sind die so rosa wie kleine Ferkel?

Und den Feministinnen schreibt mann es ja auch zu. Wäh, igitt, die lassen sich die Achselhaare wachsen, die haben Haare auf den Beinen und auf den Zähnen sowieso. Mannsweiber eben.

Als ich vor einem Jahr meine lange Haarpracht fallen ließ, fing es an. Ich merkte ich sofort: headbangen war nicht mehr. Keine sexy Mähne durch die Luftwirbeln. Mehr wie Wasser aus dem Ohr schütteln. Die Headbang-Sexiness begraben.  Dann kamen die Beine. Mittlerweile frag ich mich vor der Yogastunde: Zahlt es sich aus, dass ich mir für das An- und Ausziehen meiner Turnhose in der Umkleide meine Beine rasiere? Eigentlich hätte ich was anderes zu tun. Was denken sich wohl die anderen….Ich versuche jetzt immer vor allen anderen zu kommen….
Warum der ganze Zirkus? Ich könnte doch einfach diesen kleinen Rasierer beim Duschen verwenden und ratz fatz. Oder mir für sündteures Geld brutal gleich alle Haare ausreissen lassen. Schönheit muss leiden….Bloß, dieses Studium…Das hat irgendwie gleich im ersten Semester damit angefangen mich dazu zu bringen, meinen Körper zu lieben und anders mit ihm umzugehen. Plötzlich frag ich mich, ob diese “Nuttenstiefel” in meinem Schrank echt sein müssen und wie ich mich fühle, wenn ich sie anziehe. War doch früher keinen Gedanken wert. Aber bereits nach einiger Zeit des Studiums, gab es soo viele andere interessante Dinge zu tun, zu lesen, und zu arbeiten, als mir Gedanken über Haare auf meinen Zehen, Kalorien in meinem Frühstück und passende Handtaschen zu machen.

Natürlich lässt sich diese Diskussion über Ästhetik und Historik führen, über gesellschaftlichen Wandel und über unterschiedliche Kulturen. Und in der Bravo und im Porno gibts sowieso nur mehr mechanical animals, die rosa glatt poliert vor sich hinquiecken.
Meine erste Intention mir als jugendliche die Beine zu rasieren war allerdings: SCHAM. Alle anderen machen’s auch. Und wenn ich’s nicht tu, ist das hässlich. Ich bin dann eklig. Entschuldigung: Ist das die Kehrseite von der vielgelobten Ästhetik? Da ist ja mehr Streben weg vom Ekel als hin zur Schönheit. Die Motivation ist weniger Hygiene und Perfektion als Angst vor Zurückweisung. Und ich behaupte mal freiweg: Jede Single-Frau unter 30, die abends in eine Bar geht und sich mal “umschaut”und eventuell noch was “vor” hat, würde unter KEINEN Umständen im unrasierten Zustand Sex haben wollen. Weil das ist ja voll…iiih. Ich habe allerdings festgestellt, dass bei zunehmender Lust dieses Faktum dem Gegenüber ziemlich wurscht ist. Und bei abnehmender Lust sollte man/frau sowieso keinen Sex haben.

Sich selbst zu lieben und anzunehmen, nichts verändern zu wollen und sich die Beine zu rasieren, wann frau Lust und Laune dazu hat, ist ein Luxus, den frau sich hart erarbeiten muss…in der heutigen Zeit (*hüstel*altklug). Und ja, ich habe manchmal Lust dazu, aber dann mach ich mir mein persönliches Fest daraus, weil ich es so will.

Nun gut. Ich werde also morgen bepelzt zum Frauenarzt marschieren und meine unrasierten Beine auf die dafür vorgesehenen Halterungen klatschen. Eines nach dem anderen. Wie bei Basic Instinct. Fast zumindest. Denn ich liebe meinen Körper. Und was sich mein Frauenarzt über meine Beine denkt, sollte mir doch herzlich egal sein. Dafür hat er seine Ausbildung nicht gemacht.
Und im Sommer lege ich mich dann wieder zu den FKK-Menschen am See. Wer sie kennt, weiß, dass sie nicht so “ästhetisch” sind, wie die, die wir aus Magazinen und dem Fernsehen kennen. Aber sie sind echt. Echt rund, echt dünn, echt klein, echt groß und mit allem bestückt was an einem menschlichen Körper so möglich ist – ebenfalls in allen Formen und Größen. Alles andere wäre das Werk von Personal Trainer, Diät, sehr viel Sport oder Photoshop. Die FKKler sind allerdings echte Menschen, wie sie in der Natur sonst nur mehr selten vorkommen. Vermutlich lieben sie ihren Körper. Sie schämen sich zumindest nicht dafür. Und wahrscheinlich haben sie auch akzeptiert, dass wir in Wahrheit keine Plastikpuppen sondern dampfende, stinkende Schweineigel sind, wie Neon-Kolumnist Tillmann Prüfer schreibt.

In diesem Sinne: Ein Plädoyer auf echte Menschen, die zu sich und ihrem Körper stehen.
PS: Mein Partner liebt mich ebenfalls so wie ich bin, und ich ihn.

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Monika Schweinskopf

Es gibt so Tage, an denen kotzt mein Hirn sich so richtig an Kreativität aus. Heute ist so ein Tag. Nach einer Winterpause habe ich letzte Woche wieder begonnen zu schreiben; an meinem Buch. Der Neuseelandteil wird komplett überarbeitet, und die englische Muse treibts mit mir momentan richtig wild. Vieles kriegt einen kompletten Relaunch. Und ich bin schon gespannt, ob dann überhaupt noch irgendwas zusammenpasst. Aber egal. Warum kann man ein Buch nicht von der Mitte heraus schreiben?

Bitte ein J, und irgendwas mit A und O

Jetzt das Problem. Mein Name. Ich finde Krachbumm ja ganz toll, aber als Schriftstellerin nicht ganz brauchbar. Zwischenzeitlich hatte ich aus diversen Gründen mal für mich den Namen Liz Svetkoff – die Gründe haben sich aber wieder erübrigt. Und nun, suche ich nach einem passenden Namen. Ich hänge sehr am Buchstaben J. Vielleicht weil er in meinem Vornnamen vorkommt. Wenn jemand das J gegen ein I oder ein Y austauscht, krieg ich die Krise. Und ein H ist sowieso das Grausamste.
Als Kind wollte ich mal Jennie heißen. Wegen Jennie Garth…wollten wir nicht alle mal blond sein? Die nächste Phase war Joe, wie aus Melrose Place. Dawson’s Creek war aus demselben Grund für michwie gemacht . O und A mag ich auch gern. Nora, Mona, Ronja, Lorelai… N lässt mir ebenfalls das Herz höher schlagen. Konsequenterweise müsste ich mich Noah nennen.

Können Feministinnen Jenny heißen?

Auf der Zugfahrt nach Hause konzentrierte ich mich auf eine göttliche Eingebung. Eine Bekannte macht sich demnächst als Designerin selbständig. Ihr Label soll heißen wie ihr Mädchenname. Fahrenbruch. Find ich ziemlich cool. Da, es rumpelt in meinem Hirn… Jenny (the tiger) Eisbein. (…)
Und jetzt sagt mir bitte, aus welcher Ecke meines kreativen Gehirns das kommt? Aber mal ehrlich, können Feministinnen Jenny heißen? Oder Jacquline? Nächster Versuch: Mona Schweinskopf.

Ein bisschen später auf einem Spaziergang überlege ich weiter. Ich hänge irgendwie an Tieren. Schildkröt ist tatsächlich ein Nachname. Aber glücklich und berühmt werd ich wohl damit nicht werden. Die Katze liegt nahe. Aber irgendwie bin das nicht ich. Da passt noch eher ein Lurch. Warum? Was weiß denn ich! Konstruktivere Vorschläge sind jedenfalls gerne willkommen.

Ein Auszug aus meiner ebenfalls sehr kreativen Toiletten-Poesie (no magazines, just words)

Vielleicht kotzt mein Hirn aber auch nur, weil ihm vor lauter Mittanzen schon schwindlig ist….

Monika Schweinskopf – rettet die Welt…Monika, Monika….

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Ich oute mich…

In einer meiner Lehrveranstaltungen wurde viel diskutiert über ein “coming out as a fat person”. Der Grund? Irgendwann dezitiert zu sagen: Ich bin dick und wenn ihr Witze über dicke Leute macht, dann fühle ich mich ab heute ganz offiziell verletzt. – Nun, ich mache kein coming out as a fat person, auch wenn mir die Medienlandschaft so etwas sicher gerne suggerieren möchte. Im Gegenteil. Nach langer TV- und Schundheftabstinenz fallen mir erstmals zu dünne Personen eklatant auf und rufen Beschützerinneninstinkte in mir hervor. Mittlerweile kann ich ungesund von schlank und völlig normal unterscheiden.

Ich habe einen anderen Grund mich zu outen. Ich bin Feministin. Uuuh…echt?…ernsthaft?…magst du keine Männer….bla bla….du schaust eh gut aus…..bla bla…verklemmt…bla bla…humorlos…bla bla…die Welt hat andere Probleme. Ja sicher, Eu-Richtlinien für die Normgröße von Gurken zum Beispiel.
Jedenfalls ab jetzt gilt: ich fühle mich nun (ganz offiziell) IMMER persönlich angegriffen, wenn jemand sich sexistisch verhält oder äußert; und werde in keinem Fall mehr schweigen oder so tun, als würd ichs ignorieren. Harte Zeiten brechen an. Jetzt lache ich also ganz offiziell nicht über Mario Barth und zerstöre auch die letzten Hoffnungen mich jemals wie Daniela Katzenberger zu stylen. (Meiner Vergangenheit sei Dank, gibt es mehr als genug Gelegenheiten an denen ich früher nicht verklemmt war und sogar noch Humor hatte. Tja, die gute alte Zeit.)
Nein ehrlich, manchmal frage ich mich, ob Menschen nicht-weißer Hautfarbe sich ebenfalls den Vorwurf von Humorlosigkeit oder Verklemmtheit gefallen lassen müssen, nur weil sie es nicht so prickelnd – nein, sogar rassistisch empfinden – als Neger beschimpft zu werden. Immerhin, es gibt ja sogar Antidiskriminierungsgesetze, Verurteilungen wegen Volksverhetzung (zwar rar aber doch) und zu mindest ein Medienecho wenn sich jemand, den neuen Juden nennt. Ich frage mich gerade, ob das auch eine Aneignung im Sinne der riot grrrl Bewegung sein soll, oder a la slut walk und der HC hat da nur was falsch verstanden….egal.

Ich bin Feministin und ich empfinde ich die PETA-Werbekampagne “boyfriend went vegan and knocked the bottom out of me” als eine der geschmacklosesten, gewaltverherrlichendsten und ekelhaftesten Produktionen, die PETA bislang hervorgebracht hat. Ich bin Feministin, und sexuelle Gewalt gegen Frauen finde ich nicht komisch. Noch weniger, wenn der Begriff Opfer in Miskredit gezogen wird, blaue Flecken, Halskrausen und etc. zum Synonym für “tollen” Sex hocherkoren werden, und so getan, als gehört das einfach dazu, dass man nach dem Sex das Loch in der Wand über dem Kopfteil verspachteln muss. Ein Tritt in die Magengrube jedes Frauenhauses, jedes slutwalks, jeder “no means no”-Kampagne, jedes Opfers von sexueller Gewalt, ob Mann oder Frau.

Eine Liste von Menschen, die mein Humorverständnis ebenfalls teilen:

Und natürlich, wie soll man es anders von mir erwarten, finde ich den Song, mit dem uns die Trackshittaz beim Eurovisions Songcontest vertreten werden – na, ihr wisst es schon? – Genau: Nicht lustig. Armin Wolf übrigens auch nicht. Hab ich auf seiner Twitter-Wall gelesen. Den Villacher Fasching hat er auch als sexistisch gebranntmarkt. Ha! So ein Feminist aber auch!

Worüber Feministinnen lachen…

Wenn ich nun aber nicht über sexistischen Sch…. lache, worüber lachen dann Feministinnen denn dann zum Beispiel? Nun ja, das Missy Magazine hat gerade in der aktuellen Ausgabe ein Dossier zu Funny Women. Über Jenna Marbles kann ich mich ebenfalls amüsieren. Und Margaret Cho ist einfach großartig.

Und Wanda Sykes!

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Von A wie Alice Schwarzer bis W wie Whore’s Glory

Ist ja wieder eine Weile her, dass ich von mir hab hören/lesen lassen. Trotzdem finden (laut wordpress-Statistik) viele Menschen auf meine Seite. Manche geben dazu bei der google-Suche “busen bomber” ein – heute gesehen, andre nehmen wählten die Worte “muttersau” (2x), “bär morgen rasur” (2x und oben drein mein persönlicher Favorit), mit “stacheldraht” schafften es 9, “vulva vergleich” ist ebenfalls vorne mit dabei, aber auch “bolivianische stoffe”, “frustrierte weiber”, “huhn burka”, “ronja räubertochter”, “nackte frau häkeln”, “ungeniert” und mein Liebling “zu allem seinen senf dazu geben” müssen von irgendjemand einmal eingetippt worden sein. Diese Menschen würe ich gerne einmal kennenlernen. :-)
Immerhin, einige verirren sich zum Anti-Porno-Artikel, andere zum Anti-Rassismus-Artikel. Soviel zu meinem persönlichem Bildungsauftrag. Um diesen noch ein kleines bisschen zu erweitern, habe ich diesmal ein kleines Krachbumm-Gender-Lexikon betreffend Sommer und aktuelles Semester zusammengestellt. Sodann, auf gute Information!

A
Alice Schwarzer
…gibt ein Buch heraus über ihr Leben/ Ganz interessant mal die junge Alice von der großen Liebe zu Bruno schwärmen zu hören, die die Karriere nicht für die Beziehung aufs Spiel setzen möchte und deshalb nach Frankreich zieht… Bis jetzt kenn ich nur die Auszüge aus der Emma. – Nachdem wir so viel über das Innenleben von Charlotte Roche gehört haben und das wilde Sexleben von Frau Vavrik (beide leider mehr mit Talent zum Skandal als zur Literatur gesegnet), liest sich Frau Schwarzer zumindest ganz nett. Persönlich stimme ich mit ihr sicher nicht in allen Punkten überein, aber sind wir doch alle mal dankbar, dass eine die Klappe immer ganz weit aufreisst und den Kopf dafür hinhält. Führt zumindest zum öffentlichen Diskurs. Dankeschön.

African Gender Studies
… steht dieses Jahr als eine meiner Lehrveranstaltungen am Programm. Feminismus wie wir ihn kennen ist westlich (europäisch/amerikanisch). Für alle andren muss das Thema aber nicht zwangsläufig gleichbehandelt werden. Traurig das sagen zu müssen, aber dieses Seminar ist auch mal eine Möglichkeit, die unterschiedlichen Kulturen und Nationen Afrikas kennen zu lernen. Und zwar nicht aus westlicher Sicht. Wir kleben ohnehin schon die Erkennungsmarken Safari, Krieger, Drogen, Aids, Elefant, Korruption, War Lords, Hunger, Lehmhütte, Rinderhirte, Entwicklungsland und Bodenschätze drauf. Gibt’s sonst noch was? Ja, mit Sicherheit. Schließlich würden wir mit Kampusch, Fritzl, Hitler, Schnaps, Schifahren und Mayerhofen unser Land auch nicht ausreichend repräsentiert sehen (Anmk.: best of der Assoziationen zu meiner Heimat gesammelt auf meiner Weltreise).

B
Buch
Ich schreibe also bin ich (noch immer), und das wird wohl sicher noch bis Jänner so bleiben.

G
Gender Studies/ Geschlechterforschung
Vor kurzem habe ich eine Prüfung mit Namen “Grundprobleme der Geschlechtergeschichte” absolviert. Ausgang bisher unbekannt. War aber jedenfalls wieder mal eine gute Gelegenheit Erklärungen zu finden, wozu denn Gender Studies eigentlich gut sind, oder Feminismus…und überhaupt. Zum Beispiel hat die historischen Frauenforschung maßgeblich dazu beigetragen, die Geschichtsschreibung zu ergänzen, indem neue Quellen gesucht wurden oder Methoden. “Oral history” – ist so eine Methode für ZeitzeugInnenberichte und spielte z.B. für die Sichtbarmachung der Widerstandsbewegungen im 2. Weltkrieg eine große Rolle. Zudem wurden berühmte Frauen wie Ada Lovelace (erste/r Computerprogrammierer/in) und Hedy Lamar (österr. Schauspielerin und Erfinderin) wieder entdeckt, Leistungen sichtbar gemacht (Trümmerfrauen, Ehrenamt!,…), aber auch die Bereiche erforscht, die tradionell Frauen zugeschrieben wurden, und bisher als wenig erforscht galten (Mutterschaft, weibliche Sexualität, Hausarbeit,…). – Nachdem “gender” allerdings jegliche Geschlechterrollen betrifft, hat sich die Frauenforschung dahingegehend weiterentwickelt, für alle Disziplinen offen zu sein, diese zu ergänzen, und zu erweitern. Die noch relativ junge Männerforschung, Queer Theory, African Gender Studies,… sind genauso Beispiele dafür wie die Bereiche Reproduktionsforschung  (PID), Recht, Gender Medizin, Soziologie, usw. auf die die Errungenschaften von Gender Studies ebenfalls einen großen Einfluß ausüben.

M
Masterarbeit
Schnell ging’s und ich bin auf Themensuche. Momentan kreise ich zwischen dem Einfluß von Neoliberalismus auf das europäische Sexualverhalten. Darunter subsumieren sich sowohl die Forderungen der 68er, als auch welchen Einfluß allgegenwärtige Tantra-Seminare, Ratgeber, Serien und die 66-Sextips aus Men’s health oder Cosmopolitan auf unser Leben haben. In meinem Kopf schwirren dazu Sätze wie “Sind wir nicht schon längst selber schuld, wenn der Sex schlecht ist? Jetzt wo wir so viele Möglichkeiten haben, wo quasi alles erlaubt ist und die Anleitung auf dem Nachttisch ruht?”, “Ist das die sexuelle Freiheit der 68er, wenn man mit der best-of-outdoor-sex-location konkurrieren muss, und die Bereitschaft/Erfahrung eines flotten Dreiers quasi erwartet wird?”, “Gibt es noch Werbeflächen ohne nackte Haut oder gar Menschen mit Körperbehaarung unter 20?” – Für weitere Fragen, Inputs bin ich dankbar. Wie gesagt ich befinde mich in der Themenfindungsphase. Literatur zum Genannten ist jedenfalls vorhanden, und der Zusammenhang zwischen Neoliberalismus, Fitness, Wellness und Selbsterfahrung schon mal sehr spannend.

S
Street Harassment
= sexuelle Belästigung auf offener Straße. Darunter fallen Dinge wie: nicht ausweichen, “Hallo Puppe”, nachpfeifen, zuwerfen von Schmatzgeräusche, obszöne Gesten, anzügliche Blicke, Sager wie “geiler Arsch, darf ich dich mal …” (mir passiert). Die optische Aufmachung ist dabei egal. Figur und Alter ebenfalls. Darüber geredet wird kaum. Warum? Weil es ja so normal ist. Männer sind halt so. Wirklich? Und, muss das so sein?
Kürzlich hab ich meine Seminararbeit zum Thema “Angstraum Stadt” fertiggestellt und dabei Street Harassment gestreift. Viele Mythen ranken sich um die Straßen der Stadt als gefährlicher Ort für Frauen. Dass viel davon auf die literarische und filmische Vermarktung und Weiterverarbeitung von Jack the Ripper zurückgeht, was der Sage des Lustmörders einen Platz in unserem kollektiven Gedächtnis einräumt. Zeitungsberichte auch. Gibt ja auch kaum was zu lesen über häusliche Gewalt, zumindest nicht in dem Ausmaß in dem sie passiert. 14 % der Frauen erfahren Gewalt von unbekannten Personen, der Rest – 86% – passiert zu Hause bzw. geht von Bekannten aus! Und trotzdem fühlen sich im trauten Heim die meisten sicher. Auch kein Wunder wenn der Mythos und die Anzüglichkeiten der Öffentlichkeit draußen präsent sind. Da ist es doch logisch, dass wir Schlüsselbund und Handy zu unserer Pseudo-Verteidigung zücken, wenn wir uns in der Dämmerung auf den Heimweg machen. Ein “komischer” Blick im Bus reicht. Dass sich auch andere Äußerungen (siehe Street Harassment) nicht gerade jubelreif und angstfrei auf unser Gemüt auswirken, erzählen folgende Videos.

W
Whore’s Glory
Den Titel finde ich eigentlich furchtbar. Auch das Beihängsel “ein Hurenfilm“. Reisserisch, aber lockt zumindest auch Menschen an, die sich ansonsten nicht intellektuell mit dem Thema beschäftigen. Pluspunkt: Verzicht auf Kommentare des Dokumentarfilmers. Ein bisschen wie Frederik Wiseman. Dadurch bleibt viel Platz für Diskussion und Auseinandersetzung für die ZuschauerInnen. Andererseits die Ästhetisierung des Hässlichen mit tollem Soundtrack von Coco Rosie und einer bunten Bilderflut sieht zwar schön aus, romantisiert die harte Realität aber auch ein bisschen zum surrealen Film. Die Auswahl der Orte – Thailand, Bangladesh, Mexiko – trägt ebenfalls zu einem Gefühl von “nicht von dieser Welt” bei. Gleichzeitig macht es aber natürlich auch betroffen zu sehen, dass anderso wo ein kaum 14-jähriges Mädchen ratlos versteinert in einer bunten Tracht auf ihren Freier wartet und das Publikum fragt, warum denn die Frauen soviel leiden müssen. Auf jedenfall sehens- und diskutierenswert. Interessant dazu das Interview mit Glawogger selbst. – Ach ja, es geht um Prostitution, für alle die es noch nicht wissen. Jetzt im Kino!

Interview mit Michael Glawogger

Trailer

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homesick for utopia

13th of May, 2011

There was this journey around the world. I am still sorting out the memories and photographs and actually the friends linked to it. Everything changed. Everything feels different. And I don’t really know why, but always when it comes to be very emotional, I start thinking in English. I don’t know why that is. German is my mother tongue. I love to play with words and to create sentences that sound lyrical and artistic like a composition, a painting or a very intimating song.

And there is Spanish, which I fell in love with. It’s like a strong passion that every time arises like jealousy whenever I start to learn something new. Spanish feels smooth to my ears – like a scrape full of feathers and cozy blankets and pillows. It’s so warm and comforting that sometimes it can be like a second skin, shaped onto the curves of my body and where I nestle up to it rather than it’s covering me.

And somehow there is this language which I had to learn in school, I was struggling with and what felt always like such a pressure onto me. I was fighting with it for years. At university our companionship even broke into an insuperable abyss. So it caught me by surprise that at the age of 26 I started to read my first English book by choice on this world trip. Though it was fictional trash that caught my attention, it seduced me – word by word. Spoken language followed, then thoughts. Dreams. My diary. I was refusing Spanish with my entire mind. Successfully. I think there isn’t a word I kept in my brain in Spanish after 2 months in South America. English was covering my body and soul. Maybe it was someone’s fault I felt in love with; who I was silently talking to in my mind day by day, who kept me dreaming in English; who kept me writing into my notebook in English – even after I had returned back to Austria.

Still, there are moments when the only way I can express myself in a proper way is in English. And I ask myself: Why is that? When I am arguing with the expectations of my parents, struggling with “the old world and values”, English suddenly appears in any corner of my soul like it was the most naturally thing of the world. Like a barrier. A shield that is protecting my “new developed self” – that right now is not able to express itself just with the tools of my mother tongue. English is my very personal utopia. It’s a pool of ideas and thoughts that are not done yet. There is a lot of potential, but I don’t have a clue where it will lead me. And I am still surprised where all this vocabulary comes from that I never used before, but somehow it fits into these written lines.

This journey is over. There are pictures and friendships and memories and blog entries. But it’s done. For the most of my relatives it’s like this happened ages ago. For my contemporary job it’s the same. For my parents – well, they wish it was done. But for me it’s not. I changed nearly everything and still – from the outside – it looks neat, safe, and maybe tidy. But on the inside there is something brewing. There is this utopia of my new self, of the world I’d like to create. And English seems to be my connection to it. Whenever I get upset with the current situation, English words are popping up in my mind. Funny, isn’t it?

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